In 4 Schritten der Selbstliebe zu Eigenverantwortung und Heilung

Kann Selbstliebe der Schlüssel zur inneren Heilung sein? Ist sie die Basis für ein gesundes Selbstbewusstsein und dem Gefühl, etwas wert zu sein?

Die meisten Menschen lieben sich nicht selbst, denn diese Liebe ist in unserer Gesellschaft verpönt und es wird uns schon folgendes früh beigebracht:
Sprichwörter wie „Eigenlob stinkt“ oder „Willst du, dass man Gutes von dir sage, sage es nicht selbst“ verankern die Anschauung, dass Eigenliebe etwas Obszönes sei, etwas, was wir verstecken sollen, wenn wir schon nicht aufhören können, es zu empfinden.

Stolz auf eigene Leistung, die Freude über den eigenen Körper, sich selbst schön zu finden – das ist ebenso wichtig, wie das Wissen um die eigenen Stärken essenziell, um sich wohl zu fühlen!

DIE SELBSTLIEBE IST DIE QUELLE, DER URSPRUNG UND DAS PRINZIP ALLER UNSERER LEIDENSCHAFTEN

Jean Jacques Rousseau

selbstliebe

Sich selbst lieben macht stark

Wer sich selbst nicht liebt, lebt wortwörtlich das Leben lang mit einem ungeliebten Menschen zusammen. Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob wir einen ungeliebten Eindringling, eine ungeliebte Sache, Arbeit oder Eigenschaft vertreiben möchten. Für unser Gehirn ist das alles gleich. Wer Persönlichkeits- oder auch Körperteile von sich ablehnt, verschwendet daher unglaublich viel Kraft in einen aussichtslosen Kampf. Der Stresspegel ist beständig hoch, denn der ‚Feind‘ ist immer noch da. Glück wird erschwert, denn zum Glück gehört auch die Zufriedenheit mit sich selbst.

Wird ein Mensch nach seinen Stärken gefragt, fällt ihm spontan oft nichts oder nur wenig ein. Wird ein Mensch hingegen nach seinen Schwächen gefragt oder was ihm an sich nicht gefällt, kommt eine erstaunliche Liste zustande. Da werden die zu kleine Nase, der zu dicke Bauch, die Unfähigkeit, pünktlich zu kommen etc. etc. etc. aufgezählt. Zum Einen liegt dies daran, dass die eigenen Schwächen im Bewusstsein viel präsenter sind, uns wird ja beigebracht, uns auf diese zu konzentrieren und die Stärken nach Möglichkeit zu leugnen, aber zum Anderen liegt es auch daran, dass wir uns sozial einpassen wollen. In einer Welt, in der es verwerflich ist, zu sagen „Ich finde mich wunderschön“, und in der dies mit Eitelkeit und Narzissmus gleichgesetzt wird, ist es sozial klüger, sich herabzusetzen, um weiterhin zu der Masse dazuzugehören.

Je stärker wir sind, desto unwahrscheinlicher ist der Krieg.

Otto von Bismarck

Sich selbst zu lieben birgt ein enormes Potenzial an neuer Kraft, aber es wird auch zu Veränderungen führen. Denn wer sich selbst liebt, kann sich oft nicht mehr mit den bisherigen Verhältnissen zufriedengeben. Sich selbst zu lieben bedeutet auch, das Beste für sich selbst zu wollen. Eine Arbeit, die nicht nur Geld bringt, sondern auch zufriedenstellt. Eine Beziehung, die von gegenseitiger Liebe, Achtung und Respekt geprägt ist. Eine Wohnumgebung, in der wir uns wohlfühlen können. Diese Veränderungen können anfangs Angst auslösen, doch wenn Sie sich selbst lieben, dann wird sich so viel neues Glück einstellen, dass die Angst vergehen wird.

Sich selbst anzunehmen, sich selbst zu lieben und vollkommen zu akzeptieren, hilft uns Menschen, auch unsere eigenen Fähigkeiten und Stärken zu erkennen und nutzen zu können. Das Herz sich selbst gegenüber zu öffnen, wird es auch für die Liebe zu anderen öffnen und für diese empfänglich machen. Lebensfreude, innere Gelassenheit und ein Ruhen in sich selbst können neben einem tief empfundenen Glück einkehren. Erst dann können wir den Weg zur Selbstheilung gehen.

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Selbstliebe- Die Möglichkeit für Eigenverantwortung

Obwohl wir Menschen uns unser Leben so gestalten können, wie wir es selbst gerne hätten, leben doch die Wenigsten ein Leben nach ihren Vorstellungen. Die Angst, anders zu sein oder nicht abgesichert zu sein, hält die Meisten in ihrem Alltagsleben fest. Erst wenn das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten ausreichend gewachsen ist, macht das Übernehmen der Verantwortung für das eigene Leben und Glück weniger Angst als Freude. In dem Moment, in dem wir uns der vollen Tragweite der Eigenverantwortung bewusst werden, erscheint uns diese meistens als zu viel oder zu schwer, um sie allein zu tragen. Natürlich müssen wir dies auch nicht. Wir können uns von Freunden, Familienmitgliedern oder auch Coaches helfen lassen, bis wir uns selbstsicher und stark genug fühlen. Doch darüber sollten wir immer daran denken, dass das, was wir gestalten, unser eigenes Leben ist.

Es erfordert zwar Mut und Kraft, sich der Erkenntnis zu stellen, dass wir diese Verantwortung immer tragen, in jeder Sekunde unseres Lebens, aber auch wenn wir sie nicht anerkennen, können wir uns ihr nicht entziehen. Wir rauben uns dadurch nur die Möglichkeit, unser Leben selbstbestimmt in unsere Wunschrichtung zu gestalten und das Leben in jeder Facette selbstbestimmt und frei leben zu können.

Die Liebe zu dir selbst, deine Selbstachtung und dein Selbstvertrauen können dir den richtigen Weg weisen. Wenn du dich selbst liebst, dann möchtest du deinen Weg selbst bestimmen – denn nur du weißt, was für dich ganz persönlich richtig und gut ist und nur du allein bestimmst deinen Selbstwert. Unabhängig davon, wie wohlwollend andere dir deinen Weg gestalten mögen: Es wird niemals dein Herzensweg sein, wenn du dich selbst nicht liebst und keine eigenen Entscheidungen triffst. Selbstachtung und Selbstliebe lernen, ist möglich! Die im Folgenden vorgestellten Schritte können dir helfen, dich selbst anzunehmen und deine Kraft zu akzeptieren, und dadurch zu einem ganzheitlich erfüllteren Leben zu gelangen.

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1. Selbstliebe für mehr Selbstwert

Richte deine Wirbelsäule auf und lasse deine Ängste los. Deine ureigene Identität besteht aus Liebe, nicht aus Angst. Du brauchst diese Ängste nicht. Akzeptiere dich und deine Einzigartigkeit, in der du wunderbar bist, und erkenne, dass die Gefühle von Getrenntheit, Schuld, Selbstverachtung oder dem Gefühl, nichts wert zu sein, nicht aus dir selbst heraus kommen, sondern durch schmerzhafte Erfahrungen und dem gesellschaftlichen Menschenbild entstanden sind. Diese Erfahrungen – ebenso wie die in uns wohnende Sehnsucht nach Ganzheit, Erfüllung, Glück und Freiheit – entstehen aus der Abspaltung von uns als wertlos angesehenen Persönlichkeitsanteilen. Oft handelt es sich dabei um unser inneres Kind, um die Kreativität und die Unbeschwertheit. Glaube an dich und integriere diese Anteile erneut in dich und dein Leben.

2. Über deine Besonderheit in die Selbstliebe

Das, was du am meisten liebst, was dich am tiefsten erfüllt und was du am besten kannst, das ist deine Gabe. Jeder Mensch hat eine oder mehrere Begabungen, die ihn von den anderen Menschen abheben und einzigartig machen. Lebst du im Einklang mit deiner Gabe und nutzt sie für dich und dein Umfeld, fühlst du einen Sinn in deinem Leben. Du hast das Gefühl, dass das, was du tust, wichtig und bedeutend ist. Dies ist ein wichtiger Schlüssel zu mehr Selbstwert. Daher ist es wichtig, dass du herausfindest, was deine besondere Gabe(n) ist (sind) und dass du sie in dein Leben einbringst. Dies muss durchaus nicht beruflich sein, obwohl es kaum etwas Schöneres gibt, als den eigenen Lebensunterhalt durch Ausleben der individuellen Talente zu bestreiten.

Wenn du dir deiner eigenen Gabe noch nicht bewusst bist, dann forsche nach. Überlege gründlich, was du besonders gut kannst und was du mit der meisten Liebe erledigst. Wenn du für nichts brennst, von dem, was du tust, dann finde heraus, wo deine eigentlichen Interessen liegen. Was würde dich so richtig glücklich machen? Was könntest du am liebsten rund um die Uhr machen? Was bringt dein Herz zum Schlagen, deine Augen zum Leuchten? Hier verstecken sich deine Gaben und Talente, die dir und der ganzen Welt eine Bereicherung sein werden. Dies muss nichts ‚Großartiges‘ sein. Du brauchst keine Bestseller-Romane zu schreiben – es sei denn, dafür brennt dein Herz! – oder das Matterhorn besteigen. Deine Gabe liegt in dem, was DICH ausmacht.

3. Vergebung als Zündfunken für die Selbstliebe

Jeder Mensch ist zutiefst mit den eigenen Ahnen verbunden. Unsere Lebenskraft wird durch diese gespeist, unsere Zellen tragen Erinnerungen von jeder Generation vor uns in sich. Geht die bewusste Verbindung mit den Ahnen verloren oder konnte nie eingegangen werden, werden wir von einem großen Teil unserer Kraft abgeschnitten. Daher ist es wichtig, dass du die Verbindung und die Liebe zu deinen Ahnen fühlen kannst. Nicht nur zu deinen Eltern, sondern auch zu den Großeltern, Urgroßeltern und allen anderen deiner Ahnenreihe.

Oft wird die Verbindung durch Streit und Unversöhnlichkeiten in der Familie gestört. Ist das Verhältnis zu den biologischen Eltern schwierig oder nicht vorhanden, leiden auch das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl darunter. Aber so, wie du Selbstliebe lernen kannst, so kannst du auch die Liebe zu deinen Ahnen neu entdecken und erwecken. Dies geht auch über die Dankbarkeit. Mache dir bewusst, dass du ohne deine Ahnen nicht inkarniert wärst. Deine physische Existenz hast du jedem einzelnen deiner Vorfahren zu verdanken.

Übung:
Versöhne dich mit deinen Eltern. Dafür brauchst du nicht in Kontakt mit ihnen zu treten, es reicht, wenn du es auf der Gedanken- und Gefühlsebene vollziehst. Vergib ihnen. Vergib dir. Fühle wieder, wie du an die Kraft und den Wissensstrom der Jahrhunderte angeschlossen bist. Dies ist ein überaus wichtiger Schritt auf dem Weg zur Selbstheilung.

4. Schöpfung und Selbstachtung mit Selbstliebe

Du selbst bist SchöpferIn deines eigenen Lebens. Mit dieser immensen Verantwortung kommen unendliche Möglichkeiten, die du nur zu nutzen brauchst. Angst hält dich klein und hält dich davon ab, Erfolg zu haben und deine Wünsche umzusetzen, deine Ziele zu erreichen. Darum lass diese Angst los und lerne, dein Leben nach deinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Alles, was du dafür brauchst, trägst du bereits in dir. Jeder Mensch trägt dieses Potenzial in sich und muss es nur entfalten.

Dein Leben kann so groß und glorios, so reich und erfüllt sein, wie du es dir in deinen kühnsten Träumen ausmalen kannst. Und genau darum geht es:
Was du dir ausmalen kannst, das kannst du auch erreichen. Dafür brauchst du eventuell mehr Selbstvertrauen und mehr Selbstachtung, als du im Moment besitzt, doch dies ist ein Weg und du kannst es lernen.

Du erschaffst auch jetzt schon jeden Teil deines Lebens selbst, deine Gedanken sind deine Welt. Bisher verwendest du sie vielleicht noch nicht bewusst zum Erschaffen, doch das ändert nichts daran, dass du die einzige wahrhaftige Macht in deinem Leben und für deine Lebensumstände bist.

Wenn du bisher ambivalente Lebensumstände erschaffen hast, mal Glück, mal Unglück oder einmal Überfluss und dann wieder Mangel, dann ist das die direkte Widerspiegelung deiner eigenen Gedanken, die in einigen Bereichen auf Glück und in anderen auf Unglück ausgerichtet sind. Deine Gedanken steuern deine Gefühle und deine Gefühle steuern dein Erleben. Dies ist eine großartige aber auch manchmal angsteinflößende Tatsache!